Diesmal gibt es meinen Juli-Rückblick in 7 Gedanken. Aber zuerst habe ich noch ein paar Rückblickfragen für dich, um deinen Juli zu reflektieren.
Im Kreativsalon treffen wir uns allmontaglich und nutzen eine Stunde gemeinsam zur Reflexion und zum Austausch. Am Monatsende schauen wir auf den vergangenen Monat zurück. Mit Hilfe von Fragen, die ich aus meinem Dankbarkeitsjournal „Ein guter Tag“ entnommen habe, reflektieren wir darüber, was gut war und was wir vielleicht verändern wollen. Sie sind ein schönes Grundgerüst. Vielleicht möchtest du ja auch einen kleinen Monatsrückblick für dich schreiben.
Monatsrückblick Juli
- Das ist diesen Monat passiert.
- Das habe ich gut gemacht.
- Das war schwierig.
- Dafür bin ich dankbar/ Das feiere ich.
Schnellreflexion (1–5, 1 wenig – 5 viel):
- Ich habe auf meine Bedürfnisse geachtet.
- Ich hatte genug soziale Kontakte.
- Ich bin zufrieden mit dem, was ich geschafft habe.
- Ich war optimistisch.
- Ich habe Neues ausprobiert.
- Ich habe meine Achtsamkeit geschult.
- Ich habe Dankbarkeit artikuliert.

Mein Monatsrückblick in 7 Gedanken
Bei Linda Kunze habe ich neulich eine weitere schöne Form des Monatsrückblicks entdeckt. Sie schreibt einen Rückblick in 7 Gedanken. Das probiere ich direkt aus und blicke auf diese Weise auf den zurückliegenden Juli 2026.
Gedanke 1 – Eine Beobachtung oder eine kleine Szene
Im Kreativsalon treffen wir uns Montags immer per Zoom. Auf dem Bildschirm erscheinen nacheinander 6–9 Frauen, die aus ihrem Alltag kommen, um ein Stündchen Zeit für sich zu haben. In den ersten 20 Minuten gibt es immer Schreibzeit. Meistens bringe ich einen Impuls mit, zu dem wir dann schreiben. Danach ist Raum für Austausch in Kleingruppen. Weil alle so offen und nett zueinander sind, ist das wirklich ein sehr besonderer Raum. Ich sehe es an den Gesichtern, wenn sie nach 35 Minuten Gespräch zurück in den Hauptraum kommen. Der Blick ist viel offener, Leichtigkeit sprüht aus dem Bildschirm, auch wenn die Themen manchmal schwer sind. Es ist wie eine Verwandlung, die in dieser Stunde stattfindet. So einfach wie wunderbar. Das macht mein Herz immer wieder warm und weich in Dankbarkeit.
Gedanke 2 – Eine Erkenntnis aus der Arbeit/Job/Business
Es ist mein einkommensschwächstes Jahr seit langem. Meine Rücklagen sind fast aufgebraucht. Ich hatte Gedanken, aufzugeben, aufzuhören. Oder mehr zu arbeiten. Anders. Dann kam ein Gedanke dazwischen. Nein, mehrere. Was ich tue, ist wertvoll. Jetzt mehr denn je. Ich will nicht aufhören. Es gibt Durststrecken und Talfahrten. Ich will nicht mehr machen. Sondern besser werden. An der Qualität arbeiten, nicht an der Quantität. Wenn meine eigene Schale voll ist, dann kann ich dienen und in die Welt wirken. Das ist mein Fokus. Der Rest wird folgen.

Gedanke 3 – Etwas Persönliches | Im finsteren Tal
In meinem kleinen Leuchtturm steht: „Ein miserabler Heultag, warum auch immer. Man ey.“ Darauf folgten leider noch mehrere. Das gipfelte darin, dass ich selbst beim Sommerfest der Gemeinde, wo wir mit dem Posaunenchor spielten, heulen musste. Zuerst bei der Predigt des Pfarrers, dann bei dem Stück, was wir zur Begleitung des Gottesdienstes spielten. „Im finsteren Tal“ (zweiter Satz aus dem dreiteiligen Stück zu Psalm 23 von Jens Uhlenhoff) – ein paar düstere Töne und zack, war ich selber im finsteren Tal und die Tränen liefen nur so. Im Laufe des Juli habe ich mich wieder gefangen. Zum Ende hin ging es besser. In der letzten Woche steht sogar in meinem Kalender „Das war eine richtig gute Woche.“ Da hat mich wohl jemand aus meinem finsteren Tal herausgeführt.
Gedanke 4 – Ein Satz, der hängen geblieben ist
„Eine gute Beziehung ist für mich, wenn ich in meinem Klang klingen kann.“ – eine ganz wunderbare Erkenntnis aus einer ebenso wunderbaren Wegbegleitung-Session. Und die Frage: „Was braucht mein Klang, dass er klingen kann?“


Gedanke 5 – Etwas, das sich verändert hat
Ich habe mir wieder sehr viel mehr Raum für schöne Dinge eingeräumt: ein Ausflug zum Boesner, Yoga am Abend, lange Spaziergänge mit der Tochter und dem Hund, eine Kalligrafie-Ausstellung von Gisela zur Straßen am Chiemsee, lange Osteopathie-Sessions und Artjournaling. Das tat gut und hat meine Schale wieder etwas gefüllt.
Gedanke 6 – Etwas, das überrascht hat
Mit der Tochter war ich auf einer Ausstellung am Chiemsee. Was mich überrascht hat: die Freude der Kollegin, mich zu sehen. Wir hatten so schöne Gespräche, und im Nachhinein bekam ich noch eine E-Mail mit wertschätzenden Worten. Das hat so gut getan.

Gedanke 7 – Ein Ausblick oder eine Frage
Der Juli war eine unfassbar intensive innere Pilgerreise. In meinem kleinen Leuchtturm-Tagebuch steht: „Was brauche ich gerade, um meine Schale zu füllen?“ Diese Frage darf mit in den August.
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