Sommerpost – 14.August 2026 | Friday Five

Friday Five – Fünf am Freitag. Dieses Format – ich weiss gar nicht mehr, wo ich es entdeckt habe – fülle ich immer mit etwas anderem. Mal sind es fünf Buchtipps oder fünf Anekdoten aus dem Alltag, mal fünf Fotos oder fünf Fragen. Heute habe ich mit meinen Flow Kalender geschnappt und beantworte die Fragen auf den Kalenderblättern der vergangenen Woche. Weil wir Besuch haben und meine ganze Routine etwas durcheinander ist, weiss ich nicht, welche Fragen mich erwarten.

Willst du immer gewinnen?

Wenn es ums Wollen geht, na klar. Wenn ich spiele, will ich auch gewinnen. Ich bin mit Ehrgeiz und Gewinnambitionen unterwegs, wenn mir Thema und Spiel wichtig sind. Ich will aber auch Freude dabei haben. Es geht mir also nicht nur ums Gewinnen, sondern auch um den Prozess. Um das Miteinander, das Kribbeln, die Spannung. Um verpasste Chancen und aufgetane Möglichkeiten. Je nachdem, worum es eben geht.

Ich hatte da neulich gerade ein sehr schönes Gespräch in der Seelsorge mit einem Mann im Pflegeheim zum diesem Thema. Um das Spielen und Gewinnen. Und wie langweilig es doch ist, wenn man mit Gegner*innen spielt, denen es gleichgültig ist. Wo Biss und Gewinnambitionen fehlen. Also ja, ich will gewinnen, kann aber auch gut verlieren.

Welchen Namen hättest du für dich selbst ausgesucht?

Diese Frage finde ich sehr schwer. Ich fand es schon nicht leicht, die Namen für meine Kinder auszuwählen. Ich habe mir vor Jahren einen spirituellen Namen geben lassen, den mag ich gern (Raghubir Kaur), aber den habe ich mir ja auch nicht selbst ausgesucht. Als Kind habe ich mich oft mit Figuren aus Filmen oder Büchern identifiziert und deren Namen angenommen. Ronja Räubertochter, Rike.. aber ich habe nie daran gedacht, mir selbst einen Namen auszuwählen. Das ist wie ein Tattoo. Das hat sowas endgültiges. Ich habe mir meinen Screen-Namen, mein Web-Pseudonym damals ausgesucht. Jademond. Damit war ich viele Jahre unterwegs bis es mir so vorkaum, aus dem Namen herausgewachsen zu sein. Wenn ich ihn jetzt lese, mag ich den aber immer noch. Ja, das ist der einzige Name, den ich mir je gegeben habe.

Worauf freust du dich jeden Tag?

Auf meinen Tag selbst. Auf Frühstück und das Leben. Ich mag meine Routinen, magische Momente die mir das Leben schenkt oder die ich mir selbst schaffe. Ich freue mich auf meine Arbeit, mein Wirken und Begegnungen. Ich freue mich, etwas neues zu lernen, mich zu spüren und auf das pralle Leben in allem.

Morgenwonne

Ich bin so knallvergnügt erwacht.
Ich klatsche meine Hüften.
Das Wasser lockt. Die Seife lacht.
Es dürstet mich nach Lüften.

Ein schmuckes Laken macht einen Knicks
Und gratuliert mir zum Baden.
Zwei schwarze Schuhe in blankem Wichs
Betiteln mich »Euer Gnaden«.

Aus meiner tiefsten Seele zieht
Mit Nasenflügelbeben
Ein ungeheurer Appetit
Nach Frühstück und nach Leben.

Joachim Ringelnatz

Wie minimalistisch könntest du leben?

Ah, diese Frage muss ich sehr ambivalent beantworten, denn einerseits glaube ich, dass ich sehr minimalistisch leben kann. Das gehört zu meinen Stärken, aus Nichts etwas zu machen, Lösungen für fehlende Dinge zu finden und mit wenig auszukommen. Andererseits liebe ich es aber auch, als Künstlerin aus den Vollen zu schöpfen, mich mit Büchern, Material, Schönheit und Inspiration zu umgeben. Aber so ganz und gar minimalistisch auf Dauer – nein, das wöllte ich nicht (können, wenn ich muss, vielleicht schon. Aber das sind alles Spekulationen.) Auf jeden Fall reizen mich Themen wie Minimalismus, Einfachheit, Reduktion, das Wenige und das Wesentliche, der Raum Dazwischen, Weniger ist mehr etc. immer wieder sehr. Das gilt es wohl mal auszuprobieren.

Hat dir schon mal jemand gesagt, wie großartig du bist?

Vielleicht nicht in diesem Wortlaut, aber ich bekomme immer mal wieder Komplimente, die ich sehr geniesse. Ich bekomme gern Komplimente und manchmal sage ich mir selbst, wie gut ich mich finde. Vielleicht ist heute wieder ein Tag, mir selbst zu sagen, wie großartig ich bin.

P.S.: Wenn du Lust hast, deine eigene Großartigkeit zu entdecken, hol dir den Kurs „Kreative Selbstwertschätzung“.

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Hat dir der Beitrag gefallen? Wie StrassenkünstlerInnen der Hut, steht hier im Blog eine virtuelle Teekasse. Wenn du magst, kannst du mir einen Tee ausgeben. Oder Farben und Papier. Danke für die Wertschätzung <3

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