Die ersten Tage im neuen Jahr | Ein Hoch auf die Langsamkeit

Auf einer kleinen Atelier-Eröffnungsfeier am Wochenende kam ich mit vielen Leuten ins Gespräch. Worüber wir uns einig waren: Wir schätzen sehr, dass es hier in Bayern erst nach HeiligDreiKönig so richtig wieder losgeht mit Alltag und dem Draussenleben. Es ist einfach insgesamt eine herrliche Ruhe und Langsamkeit zu spüren. Zudem haben wir noch etwas Schnee, der immer auch eine ganz besondere Stimmung mit sich bringt. Was ich sagen will: Ich geniesse die Zeit gerade sehr. 

geöffnetes Artjournal auf einem unfertigen Puzzle als Symbolf für Langsamkeit und analogen Zeitvertrieb
Analoger Zeitvertreib: Puzzle, Artjournaling und Treffen mit Menschen

Puzzle, Bücher, Stifte, Farben. Ab und zu arbeite ich ein bisschen, um wieder langsam in den Flow zu kommen. Beim Mann und mir steht bist zum 12.Januar Urlaub im Kalender. Das haben wir da direkt eingetragen, um nicht auf die Idee zu kommen, doch irgendwelche Arbeitstermine aus Versehen einzutragen. Wie las ich neulich bei Maximilian Buddenbohm: „Wie ich immer sage, der Mensch braucht Pläne. Und sie wachsen einem so zu.“ Überhaupt lese ich gerade wieder sehr gern im Blog bei ebenjenem. Ich lese da in den letzten Beiträgen viel über die Rückkehr zum Analogen und Verzicht auf Digitales. Interessant, wie es mir auch an anderen Stellen begegnet. Zum Beispiel hier beim Little Truths Studio mit ihrem Analog Life Project und immer wieder auch bei Veronika Smoor.

Langsamkeit und Analoges gibt es auch bei mir. Und ich schätze es sehr. Ich lese papierne Bücher abends im Bett (derzeit „Verheiratete Frauen“) und puzzle unterm Weihnachtsbaum. Auf dem Küchentisch liegen meine Journals, worin ich schreibe, zeichne und male. Das sieht nicht immer ordentlich aus, aber es ist mein Wirkplatz. Mittags kochen wir gemeinsam, am Nachmittag gehen wir spazieren, um das Haus warm zu haben, müssen wir ein Feuer anmachen und Holzscheite in den Ofen werfen.

Mehr brauche ich eigentlich nicht. Auf den Stricknadeln hängt seit Jahren mal wieder eine Socke. Mal sehen wie lange ich dafür brauche. Die letzte ist noch nichtmal fertig geworden. Eigentlich das Sinnbild für gelebte Langsamkeit.

Langsamkeit zum Jahresanfang – Ein Ausflug zur Villa Stuck

Beim Durchblättern meines Moleskine Pocket Diary – meinem visuellen Tagebuch – von 2025 habe ich festgestellt, dass ich Anfang letzten Jahres mit dem Mann im Lenbachhaus war. Da kam mir die Idee, dass wir das doch wiederholen könnten. Einen Jahresanfangsausflug zu einer Ausstellung. Der Mann hatte Lust auf die Villa Stuck, die ja eine Weile geschlossen war. Also haben wir uns eine Führung gebucht und waren für einen Nachmittag in München.

Die Villa Stuck nach Plänen und Ideen von Franz von Stuck entstanden, obwohl er weder Architekt noch Interieur Designer war. Ich bin ja immer wieder beeindruckt, wie groß manche Künstler dachten und welche Lebenswerke sie schufen.

Der Blick auf die Decke des Musikraums in der Villa Stuck zeigt den Sternenhimmel mit Planeten und Sternbildern.
Musikraum mit dem Sternenhimmel – ich kann nur Staunen
Blick auf den Künstleraltar in der Villa Stuck in München
Blick auf den Künstleraltar in der Villa Stuck in München
Ein Blick auf den Raum mit Portraits der Frauen in Stucks Leben. Jedes Bild hat einen anderen und individuellen, selbst entworfenen Rahmen.

So eine Ausstellung bringt immer Langsamkeit. Durch die Räume schlendern, in Bildern versinken, Details wahrnehmen und über Prunk und Ideenreichtum, Visionen und vergangene Leben staunen. Herrlich.

Verspielte Möbel, Intarsien, Gold und geometrische Muster – ganz viel Liebe zum Detail.
Die unfertige Bibliothek in der Villa Stuck. Die Kisten dürfen mit ausgepackt werden.
Die Bibliothek ist noch im Aufbau – und Besucher dürfen mithelfen, sie zu ordnen. Ein ganz eigenes interaktives Kunstprojekt.

Die Bibliothek der neu eröffneten Villa Stuck ist noch nicht fertig. Dort standen Regale mit ungeordneten Bücherreihen, unausgepackte Kisten, in denen man stöbern durfte; an den Wänden waren mehrsprachige Texte zu Bibliotheken und Büchern zu lesen. Ein Paradies. Allein dafür lohnt sich ein Ausflug schon. Ich habe den Gedanken, dort nochmal hinzufahren, nur im in den Kunstbänden und Ausstellungskatalogen zu stöbern. Mit dem Skizzenbuch dabei für Notizen und Inspirationsskizzen.

Fazit: Öfter mal ganz bewusst Langsamkeit leben tut gut, will aber geplant sein.

Den Nachmittag in der Ausstellung liessen wir noch im Café und bei einem winterlichen Spaziergang durch Bogenhausen ausklingen, bevor wir uns wieder auf den Rückweg nach Hause machten. Mit dem Fazit: Das Schlendern durch die Ausstellung hat uns richtig gut gefallen. Man muss solche Ausflüge aber bewusst planen, sonst wäre vermutlich die Couch an uns kleben geblieben, hätten wir nicht eine Führung gebucht und den Ausstellungsbesuch im Kalender verewigt. Auch Zeit für Langsamkeit will geplant sein.

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1 Kommentar zu „Die ersten Tage im neuen Jahr | Ein Hoch auf die Langsamkeit“

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