Tagebuch – spontane Ruheinseln

Nach einer vollen Woche hatte ich das Wochenende sehr herbeigesehnt. Keine Schulthemen, keine Fahrdienste, keine Termine. Der Mann war auf Seminar, ich mit den Kindern daheim, das Wetter bestens.

Ich hatte noch ein bisschen Arbeit zu erledigen, den Rest des Tages liess ich dahinplätschern. Im Nachhinein kann ich nicht genau sagen, womit. Vermutlich bin ich mehr als einmal durch den Garten geschlendert und habe die Blüten bewundert. Der Flieder ist nun schon verblüht, dafür erfreuen mich Akelein, Rosen und ein erster winziger Apfel an unserem Apfelbaum.

Das Hochbeet der Tochter. Der einzige Ort, den die Schnecken halbwegs in Ruhe lassen.
Unser erster Miniapfel.
Eine der Tochterrosen blüht schon und duftet gut.

Die Kinder verbrachten viel Zeit auf dem Trampolin, schlabberten Eis und waren im Dorf unterwegs. Das Chaos in der Wohnküche nahm gefühlt stündlich zu. Niemand wollte die Spülmaschine ausräumen, neben der Terrassentür lagen ausgezogene Socken, Handtücher von kurzen Erfrischungsgüssen mit dem Wasserschlauch, auf dem Tisch stand Geschirr von Zwischendrinsnacks und angefangene Arbeiten. Ein typischer Wochenendanblick, den ich nicht liebe, aber stehen lassen kann.

Wochenende

Der Freitag war noch ein Powertag. Am Morgen hatte ich mein Wegbegleitungs-Kreativdate. Egal wie viel ich zu tun habe, diese Zeit ist immer wie eine wertvolle Insel. Gemeinsam gestalten, sich Zeit nehmen für Fragen und Austausch, für Impulse und Ideen. So wertvoll! (P.s.: Wenn du das auch möchtest, schreibe mir eine Email)

Dann habe ich die Tochter zu einem Termin begleitet. Das hat viel Raum des Freitags eingenommen. Am Abend hatte ich meinen letzten Wayfinding Coaching Call, der noch einmal richtig in die Tiefe ging. Mich hat das Thema Surrender/ sich ergeben (nicht im Sinne von aufgeben) beschäftigt. In einer intensiven Körperwahrnehmungsübung haben wir uns dem Thema genähert. ich habe daraus sehr viel mitgenommen. Über Kontrolle und Verletzlichkeit, Vertrauen und Menschsein. Schade, dass der Kurs nun vorbei ist. Ich werde noch ein wenig damit arbeiten. Mein Art Journal ist schon ziemlich voll geworden.

Am Samstag habe ich noch einmal eingekauft. Auf dem Supermarktparkplatz stand ein weißer Caprio, auf dem Beifahrersitz sass ein Hund und wartete auf sein Herrchen/Frauchen. Der Anblick hat mich zum Lachen gebracht. Das hätte der Tochter gefallen!

Der kleine Sohn hatte sich vorgenommen, unbedingt beim Wirt ein Schnitzel zu essen. Weil aber niemand mit wollte, ist er alleine hingegangen. Hat sich schön angezogen, sein Taschengeld geschnappt, sich beim Wirt (ein Grieche) hingesetzt und wie ein Mann von Welt bedienen lassen. Das Foto von seinem Abendessen hat er mit mitgebracht. Der Genussmensch.

Den Sonntag nutzten wir zum Ausschlafen, gemütlich in den Tag kommen. Ich habe mich um die Wollwäsche gekümmert, weil das Wetter so schön war. Wir trocknen unsere Wäsche ja im Wohnzimmer. Deshalb sind Sonnentage immer besonders willkommen, weil ich die Wäsche auf die Terrasse stellen kann und sie schnell trocknet.

Ich nutzte noch einige Stunden, um an zwei Flyern zu arbeiten, die dringlich auf meinem Schreibtisch auf Erledigung warteten. Ausserdem gab es zum Start des Schriftenteppiche-Kurses noch einiges im Hintergrund zu werkeln. Wir kümmern uns um den ganzen Technik- und Orgakram ja selbst. Da jongliere ich mit Excel-Tabellen und diversen Listen, damit auch alle Teilnehmerinnen glücklich auf ihre Kurse zugreifen können.

Am Nachmittag hatten die Kinder die Idee, zum Steinsee zu fahren. Dort gibt es Wasser und ein Trampolin, Schatten und mal Abwechslung. Das haben wir gegen Abend dann auch gemacht. Die Jungs, ein Freund und ich. Ab zum See. Herrlich. Das erste mal, dass ich in diesem Jahr eine Runde im See geschwommen bin. Tat gut. Will ich wieder machen. Den Kindern hat es auch gefallen. Zwei Stunden Kurzurlaub quasi. Als Schüler der anliegenden Monte dürfen die Jungs mit ihren Schülerausweisen kostenlos ins Bad, ich habe eine Jahreskarte der Wasserwacht. 

Ach ach, die Wasserwacht. Ich habe das Wachhäuschen aus der Ferne betrachtet. Schon lange war ich nicht mehr aktiv beim Training. Corona und vorher meine Erschöpfung. Das hat mich ganz schön aus dem Training gebracht. Und jetzt finde ich keinen Einstieg mehr. Traue mich nicht recht hin oder verschiebe den Zeitpunkt immer wieder. Ich suche in mir, ob es jetzt eben ein Teil meiner Vergangenheit ist oder ob ich wieder einsteigen will. 

Auf jeden Fall hat mir der kleine Ausflug gut getan. ich lag auf der Decke und habe in den Himmel geschaut, nichts getan und das Leben genossen. Kleine Ruheinseln. Davon möchte ich gern noch mehr.

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