Tagebuch – Die Stille im Alltag finden

In so vollen Wochen, weiss ich im Nachhinein gar nicht, was ich darüber erzählen kann. So viel Kopfarbeit und virtuelles Sein. Da sind Handarbeit richtige Anker für den Körper und die Seele. Die Stille im Tun, im Alltag.

Balance finden

Vor ein paar Wochen unterhielt ich mich mit dem Mann über Vollzeit- und Teilzeitjobs und wie schwer es als Selbständige doch messbar ist, was wir arbeiten und wieviel. Der Mann war überzeugt, dass ich mit dem, as ich tue ganz sicher auf eine vierzig Stunden Woche komme. Das hat mich neugierig gemacht, und ich tracke jetzt seit einigen Wochen meine Tage: Arbeit, Zeit für mich, Familie (inkl. Carearbeit und Orgakram/Termine), Zeit mit dem Mann. Eine erste Auswertung der vergangenen vier Wochen ergibt eine durchschnittliche Arbeitszeit von 35 Wochenstunden, verteilt auf verschiedene Arbeitsblöcke. Warum ich das tracke? Um für meine Wahrnehmung einen Realitätsabgleich zu bekommen. Zeit mit dem Mann und für mich selbst (und Kreativität) kommen gerade viel zu kurz, Ruhepausen auch. Diesen Lebensstil kann ich mal zwei Wochen leisten, dann geht es an meine Reserven. An diesem Punkt bin ich gerade. Ich muss sehr gezielt Pausen einbauen, rausgehen, mein Nervensystem wieder zur Ruhe bringen. Denn zu all dem beruflichen Stress kommen noch emotionale Themen dazu, ein interessantes Gemisch. Ich schlafe schlecht, bin lärmempfindlich, gereizt. Ich habe eine große Sehnsucht nach Stille.

Stille suche ich mir im Alltag. In gutem Essen, Natur und Achtsamkeit (damit meine ich das wahrnehmen von dem, was gerade ist. Welche Reaktionen löst es in mir aus, eine Liste mit meinen Aufgaben zu schreiben? Wie ist meine Körperhaltung? Meine Atmung?) Ich habe es geschafft, mit dem Mann wieder Spaziergänge zu machen. Insgesamt suche ich nach Balance. Da ist etwas aus den Fugen geraten. Durch die Arbeit, die Anforderungen und durch Termine mit dem Wolf. Ich schwimme und pendle mich langsam zurück in weniger große Amplituden, in eine ruhigere Gangart.

Herbst-Stimmung

Die vergangene Woche war, wie die vorherigen, voll und bunt. Mit dem großen Sohn hatte ich einige weitere Termine wahrzunehmen. Die vielen gemeinsamen Autofahrten ermöglichen uns schöne Gespräche und eine ganz besondere Nähe, die ich sehr geniesse und die mich berührt.

Dienstags arbeite ich an der Schule: Pausenaufsicht, Kreativkurs, Busaufsicht. Die neue Gruppe und ich, wir lernen uns noch kennen. Es sind schon tolle Werke mit den Kindern entstanden. Wir haben eine gute Zeit miteinander.

Im Garten war morgens der erste Rauhreif auf den Pflanzen. Wenn wir nach draussen gehen, dampft der Atem. Es liegt eindeutig Herbst in der Luft. Nebel, sich färbende Blätter, Kastanien, Nüsse. Uns ist nach einmuckeln und deftigerer Kost.

Wärme für den Winter und die Seele

Es beginnt ein allgemeines winterfest machen. Das bekomme ich mit von der Tochter, die hier und da beim Holzstapeln hilft. Auch wir haben unseren Vorrat aufgefüllt: vier Ster für ein weiteres Jahr. Wir haben eine Solaranlage auf dem Dach, die für unser Warmwasser sorgt. Alles, was die Solaranlage nicht schafft (an bedeckten und sehr kalten Tagen) heizen wir mit Scheitholz nach. Der Ofen steht in unserem Wohnzimmer und sorgt für Gemütlichkeit (und manchmal auch für zu viel Wärme).

Wir haben also einen Haufen Holz vor die Tür gekippt bekommen, die wir mit der Hilfe von allen Familienmitgliedern in einer Stunde aufgestapelt haben. Fühlt sich gut an. Arbeit, die echt zum Anfassen und wo das Ergebnis direkt sichtbar ist. Erdung. Naturverbindung.

Der Jüngste war direkt vom schönen Wetter, vom Holz und der Herbststimmung inspiriert, sodass er das Wochenende mit einem Lagerfeuer in der Feuerschale eröffnet hat.

Was schön war diese Woche

  • Ein paar Häkchen an Aufgaben, die mich in den vergangenen Wochen beschäftigt haben
  • die Posaunenchorprobe und Trompetenstunde mit dem Sohn. Gemeinsames musizieren, auch wenn es manchmal schief klingt, macht mich so glücklich
  • zwei Granatäpfel aus einem Crowndfarming Projekt. So süß und saftig. Die Mangos reifen noch.
  • Sensory Awareness und die Erkenntnisse, die ich während der Stunde hatte
  • Sonne und Herbstgold
  • Fächerkartoffeln und mediterranes Gemüse
  • mitgebrachtes Essen aus der Schulküche
  • die Tochter, die mit ihren Brüdern Passbilder machen lassen war
  • mein Workshop “Inspired by Silence”, der nur von zwei Teilnehmerinnen gebucht wurde, aber richtig toll war.
  • Lesezeit (Ich lese gerade “Unser allerbestes Jahr” von David Gilmour)

Ausblick auf nächste Woche

Gleich am Montag gibt es Abends einen kleinen Onlineworkshop “Psalm 23” per Zoom. Wir lassen kreativ Psalm 23 zu uns sprechen. Wenn du noch dabei sein willst, melde dich hier gleich an.

Ausserdem stehen noch ein paar andere Termine im Kalender: Schule und Posaunenchor, wie immer am Dienstag. Am Mittwoch habe ich mir einen Workshop mit Gemma Black gebucht. Ganz für mich. Gegen Ende der Woche habe ich Coaching. Die Gespräche sind immer sehr fruchtbar und intensiv. Das mag ich. Und dann, am Freitag gibt es einen Zahnarzttermin zur Kontrolle für die Tochter, den Wolf und mich, am Nachmittag Trompete mit dem Wolf.

Hat dir der Beitrag gefallen? Wie StrassenkünstlerInnen der Hut, steht hier im Blog eine Teekasse. Nur eben virtuell. Wenn du magst, kannst du mir einen Tee ausgeben. Oder Farben und Papier. Danke für die Wertschätzung <3

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