Tagebuch – Mittwinter

Schaut man in unsere Wohnküche, sieht man mich inmitten von Familienchaos (Wäsche, zu beantwortende Briefe, ein Hefeteig, der in der Schüssel auf dem Ofen geht, angefangenes Strickzeug, Bücher, ein arbeitender Mann) auf der Couch vorm Feuer sitzen und mit dem Laptop auf dem Schoß diesen Beitrag tippen.

Ich habe nicht viele Worte, obwohl ich voller Gedanken, Eindrücke und Gefühle bin. Dankbarkeit und Freude, Wunder und Wut, Trauer und Vorfreude – eine bunte Mischung von allem. 

Draussen zaubert der Frost schöne kristallene Landschaften. Ich hatte gestern meinen letzten Arbeitstag an der Schule in diesem Jahr. Der war nochmal besonders schön mit den Weihnachtsvorfreudigen Kindern. Gespräche, gute Wünsche und ein vorbereitetes Winterfeuer für die Lehrer:innen Weihnachtsfeier, was so schön aussah.

Ich habe den Mittwinterabend mit Collageschnipseln verbracht. Schonmal ein bisschen hingespürt, was gerade nach draussen will. Wie meine Energie zum Jahreswechsel ist. Mit den Kindern besorge ich heut oder morgen den Weihnachtsbaum. Mein Wichtelgeschenk will ich auch noch basteln. 

Kaum Fotos sind entstanden, aber ich sehe alles: den zart-pastellenen Himmel, die leuchtenden Bergkuppen der Alpen in der Ferne, die rauhreifummantelten Äste des Ahorns vorm Haus, die spitzen Eiskristalle auf den roten Filzanhängern im Baumschmuck vor der Tür, die bunten Weihnachtskarten und -briefe, das warme dampfende Essen auf dem Tisch, die Familie, die darum sitzt. Ich sehe das züngelnde Feuer im Ofen, den vollen Gabentisch, weil schon einige Geschenke hier angekommen sind (die ich auch ausgepackt habe), das zufrieden ins Bett gekuschelte Kind. Und zwischen all dem Sichtbaren die unsichtbare Weihnachtsknisterspannung. Vorfreude, ein bisschen Zauber, Vertrautheit durch die Beständigkeit der Rituale, des Wiederkehrens, die Verlässlichkeit von Zyklen. Und untendrunter unter all den (nicht nur positiven) Gefühlen in meinem Herzen eine tiefe Dankbarkeit, Frieden und Glück. 

Hat dir der Beitrag gefallen? Wie StrassenkünstlerInnen der Hut, steht hier im Blog eine virtuelle Teekasse. Wenn du magst, kannst du mir einen Tee ausgeben. Oder Farben und Papier. Danke für die Wertschätzung <3

4 Kommentare zu „Tagebuch – Mittwinter“

  1. Hallo Ramona,
    der Kurs liest sich toll und ich hätte totale Lust darauf. Von der Zeit her ist das aber hier die InsBettbringZeit. Und wenn der Mann nicht da ist, kann ich nicht teilnehmen. Wird der Kurs aufgezeichnet? Wenn mensch nicht teilnehmen kann?

    Vielen Dank und liebe Grüße
    Gesa

      1. Hab gerade die Antwort bekommen, dass das Seminar aufgezeichnet wird. Ich melde mich also direkt an 🙂 und freue mich schon!
        Frohe Weihnachten! <3

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