Kallizine 1 – ein kalligrafisches Postprojekt

Die Kalligrafin Birgit Gramsch hatte im Juni zu einem kalligrafischen Projekt, ein Kallizine, aufgerufen. Die Teilnehmer*innen wurden in Gruppen aufgeteilt und erhielten drei Stichpunkte, unter deren Motto sie für die Mitglieder ihrer Gruppe ein Kallizine gestalten sollten.

Die Stichpunkte, und somit Thema, für die erste Kallizine-Runde waren:

Haiku
Schwarz-Rot
Linien

Damit konnten wir nun schwanger gehen. Ich habe wirklich lange gebraucht, mich damit zu beschäftigen. Immer kam im Alltag etwas anderes dran. Dann aber, inspiriert vom roten Mohn in meinem Garten und einen Text, den ich auf Instagram schrieb, kamen meine kreativen Säfte ins Fliessen.

Ich schrieb: „Wer innehält, erhält innen Halt“ Laotse – Baden möchte ich im Rot der Mohnblüten, wenn die goldene Morgensonne durch die zarten Blätter scheint. Eintauchen in die Schönheit, mich darin vergessen. Mein Herz wird ganz weit, wenn ich mir Zeit nehme, die Blüten zu betrachten. Innehalten, Beobachterin werden. “

Nach diesem Text notierte ich mir einige Stickpunkte und begann, Papiere mit roten Farbspuren zu versehen. Nachdem diese in der Sonne getrocknet waren, schnitt ich die Papiere auf A4 Größe zurecht und faltete daraus das Endformat nach dieser Anleitung.

Daraus ergaben sich dann die zu gestaltenden Seiten mit bereits vorhandenen roten Spuren. Auf der Titelseite sollte das Thema des Projektes stehen, auf der Rückseite Name und Kallizine 1.

Ich entschied mit für eine Bastarda und schrieb die Anfangsbuchstaben der Stichworte in roten Versalien. Als Linie ergänzte ich den kompletten Titel in einer schwarz geschriebenen Zeile. Jedes so entstandene Kallizine ist ein Einzelstück, weil Farbkleckser die Farbkleckser zufällig entstanden sind und ich die Anordnung der Buchstaben variiert habe, damit eine ansprechende Komposition entsteht.

Nachdem die Titelblätter getrocknet waren, konnte ich im Innenteil weiter machen. Dazu hatte ich aus meinem Mohn-text ein Haiku geschrieben. Ein Haiku ist ein japanisches Kurzgedicht, was aus 17 Silben in drei Zeilen besteht. Die erste Zeile hat 5, die zweite 7 und die dritte wieder 5 Silben. Hier habe ich eine kleine Anleitung zum Haiku schreiben gefunden.

Mein Mohnhaiku geht so:

Sonnenwarmer Mohn
baden möchte ich darin
Innehalten im Jetzt.

Pro doppelter Innenseite habe ich eine Zeile in das Heft geschrieben. Am Schluss habe ich das Blatt noch einmal aufgefaltet und Schwarze Linien ergänzt, wenn mir das Stichwort “Linie” noch nicht sichtbar genug erschien.

Am Ende war ich ganz zufrieden mit meinen ersten Kallizines. Sowohl mit dem Prozess als auch mit dem Ergebnis. Hat Spaß gemacht. Zur zweiten Runde habe ich mich gleich angemeldet.

Natürlich habe ich auch zwei schöne Kallizines aus meiner Gruppe erhalten, an denen ich mich erfreut habe. Danke, liebe Birgit für das Projekt und meinen Mitschreiberinnen für die schöne Post.





Material

  • Aerocolor “Krapprot tief” von Schmincke
  • Lana Esquisse Skizzenpapier, 96 g/qm, A3
  • Parker Quink schwarz

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