Momentaufnahme – Juli 2026 | Augustmelancholie im Anmarsch

Ich lese wirklich gern bei Veronika Smoor, mag Alltagseinblicke, Gedanken und den pragmatischen Glauben. Heiliger Alltag. Ihre Texte wärmen mich, bringen mich zum Nachdenken und Innehalten. In ihrem Blog fragt sie: Was liest, machst, hoffst, hörst, planst, genießt, fühlst du?

Von ihrem Blogpost lasse ich mich inspirieren und antworte damit auch auf ihre Fragen.

Momentaufnahme – was ich lese

Wer schon eine Weile bei mir mitliest, kennt mich: Ich lese selten nur ein Buch. Gerade dreht sich der Kopf ein bisschen von meinen Lesestapeln neben dem Bett und am Boden meines Zimmers. Ich stelle dir heute nur drei davon vor. Und zeige dir, wie ich meine Bücher tracke.

In meinem Kalender habe ich eine, bzw mittlerweile zwei, Doppelseiten, wo ich meine Bücher und Lesefortschritte aufzeichne. Für jedes aktuelle Buch auf meinem Lesestapel lege ich eine Zeile an mit dem Kurztitel des Buches. Dahinter zeichne ich einen Balken so lang wie die Anzahl der Seiten. Ein Kästchen entspricht 10 Seiten. Wenn ich 10 Seiten gelesen habe, kann ich ein Kästchen farbig ausmalen. Bei digitalen Büchern entspricht ein Kästchen 10%. Orange bedeutet, dass ich diese Seiten dieses Jahr gelesen habe, Rosa ist noch vom letzten Jahr.

Ich lese abends im Bett, bevor ich schlafen gehe. Da lege ich mich für 10 min auf meine Stachelmatte und lese ein paar Seiten – je nachdem, wie müde ich bin und worauf ich mich noch konzentrieren kann. Ausserdem nutze ich Wartezeiten zum Lesen. Hier ist nun also drei ausgewählte Bücher meiner aktuellen Lektüre:

  • Das Bücherschiff des Monsieur Perdu. Nina George.
    Das ist die Fortsetzung des Romans „Das Lavendelzimmer“ und gerade eine schöne leichte und doch lebenskluge Lektüre mit Gedanken über das Altwerden, Zwischenmenschlichkeiten und Bücher.
  • Life ist better when you draw it and other truths about your creative habit. Koosje Koene.
    In einem Anfall von Inspirationshunger habe ich mir einen Stapel Kunstsachbücher bestellt. Das ist eins davon. Die Autorin schreibt über das Zeichnen, Skizzenbücher und kreative Gewohnheiten. Das ganze ist wunderbar illustriert mit Einblicken in ihre eigenen Skizzenbücher und Zeichnungen.
  • Bluets. Maggie Nelson.
    Dieses Buch habe ich mir mal gekauft, weil ich es in einer Ausstellung zu Farben entdeckt habe. Die Autorin ist in die Farbe Blau verliebt und schreibt in kleinen Häppchen Alltagseinblicke, Gedanken und persönlichen Tiefgang rund um ihre Blau-Obsession. Auf dem Klappentext steht: „Eine lyrische, philosophische und zugleich sehr persönliche Erkundung der eigenen Leidensfähigkeit.“
    Das Buch habe ich gerade auf meinem Lesestapel, weil ich seit Mittsommer, inspiriert von der Blaumachen-Challenge von Constance Guhr, eine Blaupause mache: Ich achte auf alles Blaue in meinem Alltag, zeichne blaue Gegenstände, Blüten und Muster.

Momentaufnahme – Was ich mache

In erster Linie fülle ich meine Schale. Ich baue Pausen und Zwischenräume ein, nehme regelmässig Therapie in Anspruch und gehe zur Osteopathie. Ich besuche Ausstellungen, habe wieder mit Yoga angefangen, zeichne und mache am Abend Spaziergänge. Denn was ich sonst mache, einen autistischen jungen Erwachsenen begleiten, kostet mich ganz schön viel Energie.
Innerlich diskutiere ich viel zu oft mit mir darüber, wieviel Pause und wieviel Arbeit angemessen sind.

Ausserdem bereite ich das August Artjournal vor – der kreative Sommer schon im achten Jahr. Schau dir das Lustmachervideo an und melde dich an.

Die Anmeldung für das kostenlose August Artjournal ist eröffnet.

Momentaufnahme – Was ich hoffe

Ich hoffe, dass es mit der Welt nicht so bergab geht, wie es sich gerade anfühlt.
Meine Hoffnung ist auch, dass all die Mühe, die wir in Termine, Anträge und sonstige Aktivitäten rund um Schwerbehinderung, Pflegegrad, Reha-Ausbildung usw. stecken nicht für die Katz sind und Früchte tragen.
Ich hoffe auf ein wunderbares, leuchtendes, freudvolles und tiefgründiges August Artjournal.

Momentaufnahme – Was ich höre

Gerade während ich das schreibe höre ich endlich Sommerregen. Nach vielen trockenen und heissen Tagen regnet es endlich. Ich mag das Geräusch des Sommerregens. Zwischendrin piepen Spatzen. Gestern abend durfte ich den Gesang des Stieglitzes hören und beim Spazierengehen habe ich einen Eurasischen Schwarzkopf kennengelernt. Die Vogelgesang-App finde ich äusserst praktisch. Man drückt Aufnahme und die App analysiert den Gesang und filtert den passenden Vogel. Ich liebe das.
Ausserdem höre ich bei uns im Bad ein komisches Rascheln und Knistern im Dach. Das soll so nicht sein, und wir befürchten, dass da etwas drin wohnt, dessen Gestalt wir noch nicht kennen (Vielleicht ein Hornissennest oder andere Insekten, die ihr Nest aus unseren Holzbalken bauen) . Oh je!

Momentaufnahme – Was ich plane

Mein Fokus liegt sehr auf dem August Artjournal und der Planung für unser Ein- und Auskommen in der zweiten Jahreshälfte. Ich überlege, was ich anbieten werde und welche Formate überhaupt noch angenommen werden. Es ist deutlich spürbar, dass sich das Konsum- und Kaufverhalten der Menschen verändert haben. Ich bin jedoch nach wie vor überzeugt davon, dass gerade jetzt in diesen verrückten Zeiten meine Arbeit so wichtig ist für das Wohlbefinden, für Resilienz und Gesundheit. Ich weiss nur gerade nicht, wie ich das so gestalten kann, dass die Arbeit auch für mich wirtschaftlich lohnend ist.
Als Selbständige muss ich mich immer wieder neu erfinden und im Fluss bleiben. Mir macht die Geschwindigkeit technischer Weiterentwicklung zunehmend zu schaffen. Kaum habe ich eine Entscheidung getroffen, ist sie schon wieder hinfällig, weil die nächste Veränderung ansteht.

Im Kalender stehen ausserdem schon ein paar Pläne für schöne Dinge: August-Besuch von meinem Cousin und meiner Tante, im September Abi-Klassentreffen, im Oktober ein Kalligrafiekurs bei Sigrid Artmann, die Hochzeit meines Bonussohnes und seiner Verlobten und eine Reise nach Berlin, um Gast in einem Podcast zu sein, dann im November eine Reise nach Barcelona zum Journaling Festival. Schöne Pläne. Schöne Lichtblicke.

Momentaufnahme – Was ich geniesse

Spaziergänge, allein und mit der Tochter. Überhaupt Zeit mit der Tochter. Veganes Essen, weil es mir gut tut. Ich geniesse Osteopathie-Behandlungen und Abends im Bett zu liegen, sonnenwarme Blaubeeren aus dem Garten, zeichnen im kleinen Leuchtturm Kalender und die Montag-Abende im Kreativsalon.

Momentaufnahme – Was ich fühle

Bereits im Juni als die Lindenblüten noch dufteten, schlich sich eine kleine vage Traurigkeit ein. Aber jetzt im Juli, wo die Getreidefelder abgeerntet werden, alles trocken und gelb aussieht, die Vogelbeeren sich orange färben – da kommt sie wieder, meine August Melancholie. Ausserdem fühle ich Lebensendlichkeit. Ich sinniere über das Älterwerden und denke darüber nach, was ich noch vom Leben erhoffe.

Aber da ist auch viel Dankbarkeit für das, was ich habe, für die Menschen mit denen ich mich umgebe und die Gegend in der ich lebe. Für die Posaunenchor-Gemeinschaft, die Kinder, das Netzwerk um uns herum.

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Hat dir der Beitrag gefallen? Wie StrassenkünstlerInnen der Hut, steht hier im Blog eine virtuelle Teekasse. Wenn du magst, kannst du mir einen Tee ausgeben. Oder Farben und Papier. Danke für die Wertschätzung <3

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