Tagebuch – Sonnenstrahlen

Neulich war es morgens so schön draussen, dass ich noch vor der Arbeit einen Spaziergang durch die frostglitzernde Morgensonne gemacht habe, Es war kalt, aber herrlich. Überhaupt machen Spaziergänge gerade Spaß. Nebelfeuchtigkeit friert an den Blättern und Zweigen und zaubert wunderschöne Bilder und Landschaften.

Die Woche war Kursvoll. Genau genommen hangele ich mich von einer Kursvorbereitung zur nächsten. Aber es macht Spaß! Als Kind wollte ich immer Lehrerin werden. Ich glaube, jetzt bin ich da schon nah dran, hehe. Auch wenn ich mir als Kind da etwas anderes darunter vorgestellt habe.

So war ich am Dienstag, wie jede Woche, an der Schule. Pausenaufsicht (immer etwas anstrengender, wenn es geschneit hat) und mein Kreativkurs. Wir sind ein schönes Nachmittagsgrüppchen. Ich geniesse die Zeit immer sehr. Das ahnungslose Ankommen und nicht-Wissen-was-sie-tun-wollen bis hin zum Eintauchen in eine Tätigkeit. Die Gespräche, das Entwickeln von Ideen – welche Wege so kreative Einfälle gehen. Und am Ende vielleicht auch stolze Gesichter über etwas Erschaffenes, sich Erarbeitetes. Wie das Mädchen (1.Klasse) auf dem Bild, dass ein Referat über Schimmel halten will und im Kurs ein Schimmel gestaltet hat (mit Beinen aus Wäscheklammern, womit sie das Tier festklemmen kann.

Ein Geschenk an mich selbst

Ende letzten Jahres kam mir die Idee, dass ich mich viel öfter mit schönen Dingen verwöhnen möchte. Ich mag total gern Blumen. Deshalb habe ich beschlossen, mir selbst schöne Blumen für mein Büro zu schenken. Es mir wert zu sein, in den Blumenladen zu gehen und einen gebundenen Strauss auszuwählen. So waren wir auf einer Einkaufstour in der Gärtnerei, und ich habe mir diesen Strauss für Herz und Seele ausgesucht. Duftende Fresien, Hyazinthen und pralle Rosen. Wo die im Winter herkommen, das will ich vielleicht gar nicht so genau wissen. Ein Punkt, auf den ich beim nächsten Mal noch achten will. Aber nun freue ich mich erst einmal an dem schönen Strauß.

Wenn ich nicht unterrichte, kümmere ich mich um die noch zu erstellenden Inhalte für den Ben Shahn Lettering Kurs, der ja am 1.Februar online geht. Ich unterschätze jedes Mal, wieviel Arbeit so ein Kurslaunch mit allem drum und dran doch ist. Heute habe ich Videos aufgenommen und bearbeitet, Texte in den Wirkraum eingefügt und eine Liste mit noch offenen To-Do’s geschrieben. 

Am Nachmittag war ich mit dem Mann eine große Runde spazieren. Dabei habe ich den ersten Huflattich entdeckt, der im Steinhaufen blüht. Zwischen vertrockneten Blättern vom Vorjahr schieben sich die gelben Blüten in die Frühlingssonne. Auch die Weiden am Bach strecken ihre Kätzchen schon aus. Eine Huflattichblüte habe ich für das Perpetual-Journal mitgenommen. Das ist die erste Seite, die nun schon zwei Zeichnungen hat. 

Insgesamt fühle ich mich nach einem düsteren Jahresstart wieder etwas sonniger und ausgeglichener innendrin. Die Dunkelheit, Traurigkeit und das Angespanntsein sind wieder gewichen. Das macht mich zuversichtlich. 

Was schön ist

Der Schreibkurs am Dienstag Abend, schöne Post von menschen aus dem Internet, der wieder aufgenommene Künstlerpakt, der Bulletjournaling-Kurs am Mittwoch Abend mit lauter netten Menschen, die Vorbereitungen zum Ben Shahn Kurs, die Wintersonne, das Feuer im Ofen, Kontakt mit den Kindern, die Massagen vom Sterngucker, gemeinsam kochen, gemeinsam essen, mein schöner Blumenstrauss, ein aufgeräumter Schreibtisch, die Putzfrau, die wieder gesund ist und uns das Haus wieder schön macht, die Fliesenbordüre für das Bad, viele tolle Bücher und Hörbücher.

Hat dir der Beitrag gefallen? Wie StrassenkünstlerInnen der Hut, steht hier im Blog eine Teekasse. Nur eben virtuell. Wenn du magst, kannst du mir einen Tee ausgeben. Oder Farben und Papier. Danke für die Wertschätzung <3

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