gelesen: Der Gesang der Flußkrebse

Bei meiner Einkaufstour habe ich mich mit zwei Sommerlesebüchern beschenkt, die passender hätten nicht sein können. Es scheint mich gerade zu Geschichten zu ziehen, die am Wasser und in der Natur spielen. So auch dieser berührende und wunderschöne Roman.

Der Gesang der Flusskrebse von Delia Owens

Kya lebt in der Marsch. Schon als kleines Mädchen wird sie von ihrer Familie verlassen und schlägt sich allein durch. Die Tiere und Pflanzen der Marsch sind ihr Zuhause. Sie geben ihr Sicherheit und Geborgenheit. Doch in ihrem Herzen trägt Kya auch die Sehnsucht nach anderen Menschen. Sie wächst zur jungen Frau heran, macht erste Erfahrungen mit der Liebe, mit der Gefahr sich jemanden zu öffnen. 

Zwei Männer finden das geheimnisvolle Marschmädchen interessant und nähern sich ihr auf ihre ganz eigene Weise. Daraus entpuppt sich eine spannende Geschichte um einen Unfall. Oder war es ein Mord? Und was hat Kya damit zu tun?

Die Einsamkeit hat ihren eigenen Kompass.

Der ganze Roman ist ein Tanz zwischen Sehnsucht, Einsamkeit und dem Wagnis, sich jemandem zu öffnen und verletzbar zu sein. Wunderschöne Naturbeschreibungen geben ein Gefühl für Kyas Liebe zur Marsch. Ihre präzisen Beobachtungen der kleinsten Veränderungen und Rückschlüsse auf das Leben als Mensch haben mich Staunen lassen. Ich konnte mir lebhaft ihre Sammlung von Federn und Nestern vorstellen ebenso wie ihre gemalten Bilder und detaillierten Beschriftungen.

Das Buch hat mich begeistert und mitgenommen. Es ist spannend, poetisch und voller Intensität. Es transportiert eine Schönheit, aber auch den Menschsein-Schmerz, das Ringen zwischen Liebe, Einsamkeit und Mut, sich auf etwas einzulassen. Überhaupt: Mut! Es passt so wunderbar zu meinem Jahresthema. Mut, sich durchzuschlagen, Mut zu sich zu stehen, Mut sich auf andere Menschen einzulassen und Mut, sein Leben in die Hand zu nehmen. Doch, in gewisser Weise ist es ein schönes, leises, poetisches Mut-Buch.

Der Gesang der Flusskrebse, Delia Owens, Heyne, 11,99 Euro

5/5

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